Sie wollen genauer wissen, was bei einer Wurzelbehandlung passiert? Hier eine Behandlung in Wort und Bild.
Jeder Zahnwurzel verfügt über einen Hohlraum, der das Zahnmark und den Zahnnerv enthält. Entzündet sich das Zahnmark oder stirbt es gar ab, muss es entfernt werden. Ziel der Wurzelbehandlung ist es – einfach formuliert – das Gewebe zu entfernen, den Hohlraum sauberzumachen und anschließend dicht zu verschließen. Unser Beispiel-Zahn ist ein unterer Backenzahn und hat zwei Wurzeln, hier A und B gekennzeichnet.

1 Im ersten Arbeitsschritt haben wir die provisorische Füllung abgetragen und das Zahnmark entfernt. Durch das Operationsmikroskop erkennt man nun in der einen Wurzel (A) zwei deutlich voneinander getrennte Kanaleingänge.
2 Die andere Wurzel (B) unseres Zahnes enthält einen breiten Wurzelkanal.
3 In der starken Vergrößerung sieht man, dass sich der breite Kanal in der Tiefe aufzweigt. Insgesamt müssen also vier Kanäle in den beiden Wurzeln behandelt werden. Die Kanäle werden gereinigt und mit einer antimikrobiellen Spülung sauber gemacht.

1, 2 Nun wird das Kanalsystem verschlossen. Das Wurzelfüllmaterial besteht hauptsächlich aus Guttapercha, einem besonderen Wachs, und Kleber. Vor der abschließenden Füllung wird der Sitz der Guttaperchastifte in den Wurzelkanälen mit Röntgenbildern kontrolliert – geprüft wird hierbei, ob die als dicke, weiße Striche zu erkennenden Guttaperchaspitzen bis ans Ende der Zahnwurzel reichen.

1, 2 Jetzt werden die beiden Wurzeln mit Ihren insgesamt vier Kanälen mit der Guttapercha und dem Kleber gefüllt. Als erstes wird die breite Wurzel (B) behandelt und mit einem Röntgenbild kontrolliert. In der Tiefe sind es noch zwei getrennte Füllungen, weiter zur Zahnkrone hin wird daraus eine breite.
3 Das Röntgenbild dient der Kontrolle dieses Arbeitsschrittes.

1 Dann werden die beiden schmalen Kanäle der einen Wurzel (A) versorgt.
2 In der Abschlußröntgenaufnahme erkennt man die beiden Stifte in der einen Wurzel, wer genau hinschaut sieht auch in der anderen Wurzel einen separaten, schmalen Abzweig neben der breiteren Füllung. Um den Erhalt des Zahnes mittelfristig zu sichern, wird der Zahn mit einer stabilen, ans Zahnbein geklebten Aufbaufüllung aus Kunststoff versorgt. Die Behandlung ihres Zahnes in unserer Praxis ist damit abgeschlossen. In der Nachsorge sollte der Zahn frühestens ein halbes Jahr nach der Behandlung noch einmal angeschaut werden. Gerne übernehmen wir diese Aufgabe, im Zweifelsfall kann aber auch Ihr Hauszahnarzt die Nachkontrolle übernehmen.

Andere Falldokumentationen:
Wurzelbehandlung eines kleinen Backenzahnes.